Umweltschutz
Eine große Seenlandschaft, eine sehr große Anzahl an Wäldern und eine sehr lange Küstenlinie. Der finnische Naturraum ist groß, und somit werden auch die Bemühungen für einen Umweltschutz sehr vielfältig. Die finnischen Binnengewässer wollen genauso geschützt werden wie auch die Ostsee. Aber auch die Waldbestände sollen beim Naturschutz nicht unter den Tisch fallen. Gerade die Waldflächen in Finnland stehen in besonderer Bedeutung, da durch die Abforstung des Waldes, für industrielle Zwecke ist dies in Finnland unumgänglich, die Waldflächen nach und nach komplett abgeholzt werden könnten.
Um diesem Problem Herr zu werden, gäbe es zwei Möglichkeiten. Die erste wäre, dass Finnland die Abholzung des Waldes einstellt. Vorteil dieser Lösung wäre natürlich, dass Finnlands Wälder bestehen bleiben würden und so optimal geschützt werden.
Großer Nachteil bei dieser Lösung ist aber, dass Finnland bei den Exporten, deutliche Nachteile hätte, da Finnland mit Papierprodukten eines ihrer höchsten Exportgüter verlieren würde.
Des Weiteren, müsste Finnland natürlich bei den Importen deutlich mehr Papierprodukte importieren um den eigenen Verbrauch zu decken. Der eigene Verbrauch wird bisher komplett durch die Eigenproduktion abgedeckt.
Diese mögliche Lösung um den finnischen Waldbestand zu schützen, kam also nicht in Frage, da die Nachteile beim Im- und Export zu schwer wiegen würden.
Die zweite Lösungsmöglichkeit wäre es, für die abgeholzten Bäume Ausgleichsmöglichkeiten zu schaffen. Das heißt, dass Finnland für die abgeholzten Bäume Neue pflanzt. Diese Möglichkeit, ist im Vergleich zur ersten deutlich kostengünstiger. Auch gibt es bei dieser Möglichkeit, keinerlei Beeinflussung der Exporte Finnlands wie es bei der ersten Möglichkeit der Fall ist. Aus diesen Gründen, entschied man sich in Finnland schon vor einiger Zeit für die zweite Methode. Für die Abholzung von Bäumen, wird also auch dafür gesorgt, dass ausreichend Bäume neu gepflanzt werden.
Doch der Umweltschutz in Finnland besteht nicht nur daraus neue Bäume anzupflanzen. Vielmehr, muss auch dafür gesorgt werden, dass die Einwohner selber bereit sind gegen Umweltverschmutzung etwas zu unternehmen und für den Erhalt der Natur tätig zu sein.
Durch das so genannte Jedermannsrecht, das auch schon im Gliederungspunkt Naturraum im Unterpunkt Vegetation erwähnt wurde, muss diese Einstellung der Finnen noch verstärkt werden.
Dieses Jedermannsrecht, erlaubt es jedem Finnen sich frei in der Natur zu bewegen und Beeren und Pilze zu sammeln, egal wem dieses Gebiet gehört.
Gerade durch dieses Recht, wurde der Bevölkerung deutlich bewusst, etwas zum Naturschutz beitragen zu müssen, dieses Recht führte bei den Finnen zu einer äußerst positiven Einstellung in punkto Naturschutz.
Aber Finnland tut auch weiteres um diese Einstellung der Menschen zu stärken. So gibt es in den finnischen Gesamtschulen in allen Stufen ein Unterrichtsfach mit dem Namen Umwelterziehung. Die finnischen Kinder, werden also im Laufe ihrer Schulkarriere ständig mit dem Thema Naturschutz konfrontiert. Zum Vergleich sei gesagt, dass in Deutschland ein Fach wie Naturschutz nicht auf dem Stundenplan steht.
Das Finnland wirklich effektiv am Umweltschutz arbeitet zeigen auch immer wieder Untersuchungen. Im Jahre 2002 gab es zum Beispiel eine Untersuchung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Hier wurden die Umweltschutzleistungen von 142 Ländern verglichen. Zu Recht nimmt Finnland hier in den Platzierungen einen Spitzenplatz ein. Nämlich den Ersten Platz!
Doch in Finnland gibt es keine Umweltreformen die nur kurzfristig gelten. Finnland macht sich schon seit Jahren für einen umfassenden und nachhaltigen Umweltschutz stark.
Hierfür wurde im Jahre 1998 ein landesweites Programm in Gang gesetzt. Dieses Programm ist eines der ersten nationalen Programme seiner Art in der Welt.
Einige Ziele dieses Programms sind eine Hinwendung zu umweltverträglicheren Produktionsverfahren, eine Abbremsung des Klimawandels und auch die Erhaltung der biologischen Vielfalt.
Hauptverantwortlich für eine nachhaltige Entwicklung und des Umweltschutzes ist in Finnland das 1983 eingerichtete Umweltministerium. Diesem Ministerium sind das Finnische Umweltinstitut sowie 13 regionale Umweltzentren untergeordnet.
Die Umweltausgaben des Staates belaufen sich auf durchschnittlich ungefähr 720 Millionen Euro.
Ein wichtiger Punkt für Finnlands Umweltschutz stellt auch die Erforschung von umweltverträglichen Verfahren dar. So lag in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Schwerpunkt auf der Reduktion von Emissionen. Hierzu wurden besonders Verbrennungs- und Filtertechniken entwickelt. Und dies hatte großen Erfolg in Finnland. So konnten zum Beispiel die Emissionen innerhalb weniger Jahrzehnte auf einen Bruchteil der früheren Werte gesenkt werden.
Aber zu Finnlands Umweltschutzprogramm gehören nicht nur die Wälder und das Entwickeln von Umweltverträglichen Techniken, sondern auch der Schutz von Finnlands Binnengewässern wie zum Beispielen seinen zahlreichen Seen.
Ein Hauptproblem bei den finnischen Seen, wie auch bei anderen Seen, ist das sie keine hohen Nährstoffbelastungen vertragen. Dies kommt daher, da viele finnische Seen ein relativ geringes Wasservolumen haben, und durch Schadstoffeinleitungen der Siedlungszentren stark gefährdet sind. In Finnland wurde deshalb bereits in den Siebziger Jahren in den Gewässerschutz investiert. Und dies mit Erfolg. Besonders die Schadstoffeinleitungen der Industrien und der Siedlungszentren haben mit den Jahren enorm abgenommen.
Zu Recht dürfen sich die finnischen Seen und Flüsse heute im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern als sehr sauber bezeichnen. So sind in Finnland rund 80 % der Seen von der Wasserqualität her als gut oder ausgezeichnet eingestuft.
Doch Finnland geht beim Naturschutz auch über die Küstenlinie hinaus. So gehört der Schutz der Ostsee zu den Schwerpunkten des finnischen Umweltschutzprogramms.
Hierzu wurde im Jahre 1974 ein Übereinkommen zum Schutz der Ostsee eingerichtet. Diesem Übereinkommen, das auch als Helsinki-Konvention bekannt ist gehörten damals die Länder Dänemark, Deutschland, Polen, Litauen, Estland, Schweden sowie natürlich auch Finnland an. Dieses Abkommen, war eines der ersten regionalen Meeresumweltschutzabkommen der Welt.
Hauptsächliches Problem der Ostsee ist, dass in den angrenzenden Staaten die Industrie die Ostsee zu einem der am stärksten verschmutzten Meere der Welt gemacht hat.
Finnland ist daran interessiert und bemüht sich auch tatkräftig, die Einleitung von Schadstoffen in die Ostsee zu begrenzen. So richtete Finnland im Jahre 2002 einen Grundsatzbeschluss ein, der die Schadstoffeinleitungen in die Ostsee, in den nächsten 10 – 15 Jahren halbieren sollte.
Das Finnland mit seinen Arbeiten am Schutz der Ostsee Erfolg hat, zeigt auch, dass die finnische Regierung im Mai 2002 vom World Wildlife Fund (WWF) einen Preis für ihr Ostseeschutzprogramm erhielt.
Doch Finnland tut noch deutlich mehr für den Umweltschutz, so ist zum Beispiel die Wiederverwertung von Abfällen in Finnland ein sehr großes Thema.
In vielen anderen Ländern, wird der anfallende Müll üblicherweise verbrannt. Doch in Finnland wird einem sehr großen Teil des Mülls der Weg zum Recycling ermöglicht.
Altpapier und Pappe zum Beispiel werden schon seit langem erfolgreich recycelt. Auch die Einwohner Finnlands helfen hierbei tatkräftig mit, so betrug die Rücklaufquote im Jahre 2001 74 %.
Noch beeindruckender sind die Zahlen bei den Getränkeflaschen. In den letzten Jahren, betrug die Rücklaufquote hier fast 100 %.
Finnlands Bemühungen gehen soweit, dass es bereits Pläne gibt, die Verbrennung von organischen Abfällen auf Deponien ganz und gar einzustellen.
Des Weiteren können sie auf der linken Seite in der Navigation ein Interview mit Kari Vitie dem Zuständigen für Forst- und Umweltfragen aus der Finnischen Botschaft in Berlin, finden.

