So

04

Okt

2009

Assistenten 5&6: Sehen 12 Augen wirklich mehr?

Seit knapp zweieinhalb Wochen läuft die Gruppenphase der diesjährigen UEFA Europa League auf vollen Touren. Die Mannschaften kämpfen um jeden Punkt und die eine oder andere Überraschung gab es auch schon.

Doch nicht nur die Mannschaften stehen im Blickpunkt dieser Gruppenphase. Denn bei den Schiedsrichtern gab es eine bedeutende Änderung. Während der gesamten Gruppenphase werden dem Hauptschiedsrichter zwei weitere Assistenten zur Verfügung gestellt, die von den beiden Torauslinien den Schiedsrichter unterstützen sollen. Dabei sollen sie bevorzugt acht auf die Geschehnisse im Strafraum und strittige Torszenen geben. Die Hauptverantwortung und das letzte Wort hat dann aber immer noch der Hauptschiedsrichter.

Auch ich habe mir mal einen Eindruck von diesem sechs Mann starkem Schiedsrichtergespann gemacht. Beim Heimspiel des HSV gegen Hapoel Tel-Aviv war es für mich schon etwas ungewohnt in der Anfangsphase, als der hinzugekommene Schiedsrichter fünf bis sechs Meter in den Strafraum hinein ging, wenn das Spielgeschehen auf der anderen Spielfeldseite ablief.

Bei Situationen im Strafraum aber zieht sich der Schiedsrichterassistent dann blitzschnell hinter die Grundlinie zurück und versucht das Geschehen von dort im Blick zu haben.

Gefragt hab ich mich dabei auch, ob nicht der Torwart etwas irritiert wird, wenn in unmittelbarer Nähe hinter ihm, noch jemand steht. Gerade bei Abwürfen oder Abstößen, würde ich in der Anfangsphase, aufgrund der Ungewohntheit, den zusätzlichen Schiedsrichter eher für einen Spieler halten als einen Unparteiischen.

Dessen aber einmal unbeachtet, halte ich diese beiden zusätzlichen Schiedsrichter für keine große Hilfe. Der Standpunkt, den sie hinter der Grundlinie einnehmen, wird ihnen bei Szenen in denen es um Tor oder nicht Tor geht, wie beim berühmten Wembleytor 1966, auch nicht weiterhelfen. Torhüter, Pfosten, Spieler und der Bruchteil einer Sekunde in der sich das alles abspielt, machen die Beurteilung für den Zusatzschiedsrichter so schwer, dass auch dieser niemals genau beurteilen kann ob Tor oder nicht Tor. Zudem kann er überstimmt werden von seinem Hauptschiedsrichter, weshalb dieser am Ende doch das letzte Wort haben wird.

Meines Erachtens nach, wird der Zusatzschiedsrichter nach dieser Europa League Gruppenphase nur noch ein kleiner Teil der großen Fußballgeschichte sein und keine Zukunft haben. Denn wirkliche Vorteile habe ich bisher nicht gesehen.

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